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Beauty – Bücher – Blockbuster


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Buchtipp: Lautlose Nacht von Rosamund Lupton

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© dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG

Passend zu dem doch recht kalten Wetter der letzten Tage präsentiere ich euch heute einen Buchtipp, der euch in den winterlichen Norden Alaskas entführt: Lautlose Nacht von Rosamund Lupton. Die Hauptfiguren des Romans sind die britische Physikerin Yasmin und ihre zehnjährige, gehörlose Tochter Ruby, die zusammen nach Alaska aufbrechen, um Yasmins Ehemann und Rubys Vater Matt zu besuchen, der dort als Tierfilmer arbeitet. In Yasmins und Matts Ehe kriselt es und Yasmin hofft, dass sie Matt bei ihrem Besuch wieder etwas näher kommt. Direkt bei ihrer Ankunft in Fairbanks werden Yasmin und Ruby jedoch von Polizisten empfangen, die ihnen mitteilen, dass Matt bei einem Brand in dem Inuit-Dorf, in dem er gewohnt hat, ums Leben gekommen ist. Für Yasmin steht dennoch fest, dass Matt auf keinen Fall tot sein kann und so macht sie sich gemeinsam mit Ruby selbst auf die Suche nach ihrem Mann. Dafür begeben sich die beiden auf eine waghalsige Reise über gefährliche Steilpässe und durch eine hunderte von Kilometern lange, sturmgepeitschte Eiswüste…

Mit ihrem beinahe poetischen, bildhaften Schreibstil gelingt es der Autorin perfekt, eisige, schneebedeckte Landschaften vor den Augen der Leser entstehen zu lassen. Beim Lesen sieht man direkt dicke Schneeflocken und Eiskristalle vor sich. Die Hauptfiguren, zwischen deren Perspektiven der Roman wechselt,  sind beide sehr sympathisch und als Leser fiebert man richtig mit ihnen mit und drückt ihnen die Daumen, dass sie es schaffen, Matt zu finden und lebend aus der ganzen Sache rauszukommen. Obwohl der Roman sehr spannend ist, würde ich ihn nicht unbedingt als Thriller bezeichnen (auch wenn er außen auf dem Umschlag als solcher beworben wird). Im Fokus stehen viel mehr die zwischenmenschlichen Beziehungen von Yasmin, Ruby und Matt, während der Überlebenskampf in der arktischen Kälte Alaskas eher den Hintergrund bildet. Für mich ist Lautlose Nacht ein lesenswerter, dramatisch-bewegender Familienroman vor der faszinierenden Kulisse Alaskas.

Lautlose Nacht ist in deutscher Übersetzung von Christine Blum beim dtv erschienen. Die broschierte Ausgabe kostet 14,90 Euro, das E-Book ist zum Preis von 12,99 Euro erhältlich.Wer erst einmal in das Buch hineinlesen möchte, findet auf der Verlagswebsite eine Leseprobe. Beim Argon Hörbuch Verlag ist zudem eine autorisierte Lesefassung – gesprochen von Tanja Geke – erschienen (Laufzeit: 7 h 26 min). Erhältlich ist diese als CD-Fassung für 19,95 Euro oder als Hörbuch-Download für 15,95 Euro.


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Krimi-Tipp: Weiße Magie – mordsgünstig von Steve Hockensmith mit Lisa Falco

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© dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG

Wer – wie ich – das Glück hat, zwischen Weihnachten und Neujahr nicht arbeiten zu müssen und zudem eine Leseratte ist, vor dem liegen jetzt noch einige Tage voll mit wertvoller Lesezeit. Für alle, die witzige, aber nicht übermäßig brutale Krimis mögen, habe ich heute einen Buchtipp.

In Weiße Magie – mordsgünstig erbt die Mittdreißigerin Alanis überraschend einen Esoterik-Laden in einer Kleinstadt in Arizona. Zu ihrer verstorbenen Mutter, einer Kleinkriminellen, die auch ihre Tochter für ihre Betrügereien benutzt hat, hatte  Alanis seit zwanzig Jahren keinen Kontakt mehr. Als sich jedoch herausstellt, dass ihre Mutter (die sich zum Zeitpunkt ihres Todes gerade Athena nannte) ermordet worden ist, fühlt Alanis sich dazu verpflichtet, der Sache auf den Grund zu gehen und nimmt dafür nolens volens die Rolle ihrer Tarot-Karten legenden Mutter ein. Schnell findet sie heraus, dass Athena mehr als nur einen Feind im beschaulichen Berdache hatte…

Was mir an dem Roman am besten gefallen hat, ist einerseits der witzig-charmante Schreibstil des Autors und andererseits die Protagonistin. Alanis ist sarkastisch, schlagfertig und auf Grund ihrer persönlichen Erfahrung im Trickbetrüger-Milieu nicht so schnell aus der Fassung zu bringen. Durch ihr Improvisationstalent kann sich Alanis aus so mancher brenzliger Situation befreien. In eingestreuten Rückblenden erfährt der Leser, wie Alanis zu dem Menschen geworden ist, der sie zum Zeitpunkt der Handlung ist, wodurch der Leser rasch Sympathie für die Hauptfigur mit der verkorksten Kindheit entwickelt. Da es sich um den ersten Band einer Krimi-Reihe handelt, steht der Mordfall an sich gar nicht so sehr im Vordergrund, stattdessen liegt der Fokus auf Alanis als Figur, die uns Lesern vorgestellt wird. Obwohl das Kartenlegen durchaus eine Rolle für die Handlung spielt, gibt es in dem Roman keine übernatürlichen Elemente. Tatsächlich ist Alanis selbst eher skeptisch, was die Aussagekraft der Tarotkarten betrifft. Ich empfehle das Buch allen Fans humorvoller Krimis, die eine Schwäche für schlagfertige Amateur-Detektivinnen haben.

In Deutschland ist Weiße Magie – mordsgünstig in der Übersetzung von Britta Mümmler beim dtv erschienen. Die Taschenbuchausgabe kostet 9,95 Euro und das E-Book ist zum Preis von 7,99 Euro erhältlich. Band 2 der Serie, Weiße Magie – Vorsicht Stufeerscheint am 13. Januar 2017.


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Christie des Monats: Ein Mord wird angekündigt

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© Hoffmann und Campe Verlag

Die Bewohner der englischen Kleinstadt Chipping Cleghorn staunen nicht schlecht, als sie in der örtlichen Anzeigenzeitung auf die folgende Annonce stoßen: »Am Freitag, den 29. Oktober, wird in Little Paddocks um 18.30 Uhr ein Mord stattfinden. Freunde werden gebeten, diesen Hinweis als Einladung aufzufassen.« Natürlich können die Dorfbewohner nicht widerstehen und machen sich zur gegebenen Zeit auf den Weg nach Little Paddocks, wo die ältere Dame Miss Leticia Blacklock zusammen mit ihrer Jugendfreundin Dora Bunner und ihre Nichte Julia sowie ihrem Neffen Patrick wohnt. Alle halten die Ankündigung für einen Scherz und sind schockiert, als plötzlich alle Lichter ausgehen und sie mit einer Pistole bedroht und sogar beschossen werden. Bis auf eine leichte Verletzung an der Hausherrin sind alle Gäste unversehrt, allerdings kommt der Täter zu Tode. Inspektor Craddock zweifelt daran, dass es sich bei dessen Tod um einen Unfall handelt und zieht schließlich Miss Marple hinzu, die allmählich herausfindet, dass nicht jeder in Chipping Cleghorn derjenige ist, der er vorgibt zu sein…

Mein letzter Christie des Monats für dieses Jahr ist Ein Mord wird angekündigt. Der Roman beginnt ein wenig geheimnisvoll und obwohl der Mord recht früh geschieht, ist man als Leserin doch recht lange am Rätseln, worum es in dem Kriminalfall wirklich geht. Das Tempo ist dabei zunächst eher gemächlich, die Spannung steigt jedoch im Verlauf der Handlung rapide an. Miss Marple ist sympathisch wie immer, aber der Krimi eignet sich auch für Leser, die die scharfsinnige Amateur-Detektivin noch nicht kennen. Bemerkenswert und überraschend fand ich, dass unter den Nebenfiguren ein lesbisches Paar ist: Das hätte ich bei einem Roman, der erstmals 1950 veröffentlicht worden ist, nicht erwartet. Ein Mord wird angekündigt bietet ein kurzweiliges Lesevergnügen für Cosy Crime-Aficionados, Miss Marple-Fans und Freunde klassischer Kriminalliteratur.

In Deutschland ist Ein Mord wird angekündigt in der Übersetzung von Sylvia Spatz im Atlantik Verlag erschienen. Das Taschenbuch kostet 10,00 Euro und das E-Book ist zum Preis von 8,99 Euro erhältlich. Antiquarisch ist zudem eine ungekürzte Lesung mit Gabriele Blum verfügbar (zum Beispiel über zvab.com).


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Stella testet: arvelle.de (Onlineshop für Bücher-Schnäppchen)

Als auf LovelyBooks Tester für den deutschen online Buchshop arvelle.de gesucht wurden, war ich sofort Feuer und Flamme. Die liebe Marina hat mir dann einen 20,00 Euro-Gutscheincode zugeschickt und schon konnte das Stöbern losgehen.

arvelle.de bietet Printbücher und Hörbuch-CDs zu reduzierten Preisen an: hierbei handelt es sich entweder um Mängelexemplare oder um Bücher, bei denen der Ladenpreis aufgehoben worden ist. Zudem gibt es fremdsprachliche Literatur. Der Look des Onlineshops ist fröhlich, freundlich und feminin; die Kundinnen werden geduzt. Auf der Startseite werden die Schnäppchen-Highlights angezeigt. Wenn man einen bestimmten Titel oder Autor sucht, kann man diesen über die Suchmaske eingeben. Ansonsten kann man natürlich einfach in den Kategorien, die ich als gut gewählt empfinde, stöbern. Die Lieferung ist ab 19,oo Euro versandkostenfrei, andernfalls bezahlt man 3,95 Euro pro Bestellung. Versendet wird nur innerhalb Deutschlands mit DHL. Bezahlen kann man per Lastschrift, Kreditkarte, SOFORT Überweisung, PayPal oder Vorauszahlung; unter gewissen Voraussetzung kann man auch auf Rechnung bestellen. Ich habe den restlichen Betrag (natürlich bin ich mit dem 20,00 Euro-Gutschein nicht ausgekommen und habe mich dazu verführen lassen, mehr zu bestellen…) mit PayPal bezahlt und das hat einwandfrei funktioniert. Die Lieferzeit beträgt in der Regel 2-3 Werktage und so war es auch bei mir – drei Tage nach meiner Bestellung war mein Buchpaket da. Alles war gut verpackt und ist unbeschädigt bei mir angekommen. Ich habe mich für die folgenden Romane entschieden:fullsizeoutput_173

  1. Ohne. Ende. Leben. von Libba Bray: Nachdem mich die Diviners-Serie der Autorin so sehr begeistert hat, war ich neugierig auf die weiteren Werke von Libba Bray. In dem Roman begibt sich ein unheilbar kranker Teenager auf eine verrückte Reise „quer durchs Leben und das ganze Universum“. Der Klappentext klang so witzig und quirky, dass ich einfach nicht widerstehen konnte. Der Neupreis des Romans liegt bei 14,90 Euro, ich habe über arvelle.de ein gestempeltes Mängelexemplar mit leichten Druckstellen am Einband zum Preis von 0,99 Euro erhalten.
  2. Dark Zero von Douglas Preston: Douglas Prestons Schreibstil kenne ich bereits aus der Agent Pendergast-Reihe, an der er zusammen mit Lincoln Child arbeitet, sowie von seinem Thriller Credo und für mich ist er zu einem Garant für atemlose Spannung geworden. In Dark Zero ist eine künstliche Intelligenz namens Dorothy auf der Flucht vor der NASA – perfekt für jemanden wie mich, der Geschichten mit Robotern/KIs u.ä. liebt. Der Neupreis des Romans beträgt 9,99 Euro, ich habe bei arvelle.de für ein gestempeltes Mängelexemplar 4,99 Euro bezahlt.
  3. India Black – Mord im Lotushaus von Carol K. Carr: In diesem historischen Krimi wird eine Prostituierte im viktorianischen London in eine Spionage-Affäre verwickelt – ich war gleich von der ersten Seiten an überzeugt (schaut euch unbedingt mal die Leseprobe an, wenn ihr solche Geschichten mögt)! Der Neupreis des Romans liegt bei 9,99 Euro, bei arvelle.de habe ich ein gestempeltes Mängelexemplar zum Preis von 2,99 Euro bekommen.
  4. Glutröte von M.P. Cooley: In diesem Krimi wird ein Fall von Brandstiftung zu einer Mordermittlung für die Kleinstadtpolizistin Jane Lyons – das klingt doch spannend, oder? Der Neupreis des Romans betrug 9,99 Euro (inzwischen ist der Krimi neu nur noch als E-Book erhältlich), ich habe bei arvelle.de 2,99 Euro bezahlt.
  5. The Book of Speculation von Erika Swyler: In Deutschland ist dieser Roman beim Limes Verlag unter dem Titel Das Geheimnis der Schwimmerin erschienen. Der Bibliothekar Simon Watson erfährt durch ein altes Buch, dass die Frauen seiner Familie seit 250 Jahren immer wieder am 24. Juli ertrinken. Was steckt dahinter? Der Neupreis für die englischsprachige Taschenbuchausgabe liegt bei um die 8,00 Euro, ich habe sie bei arvelle.de für 4,99 Euro erhalten.
  6. Mercy von Jodi Picoult: Jodi Picoult gehört zu meinen Lieblingsautorinnen. Mercy ist in Deutschland unter dem Titel In einer regnerischen Nacht beim Piper Verlag erschienen. Wie so oft betrachtet die Autorin ein moralisch umstrittenes Thema aus verschiedenen Blickwinkeln, in diesem Fall geht es um Sterbehilfe. Der Neupreis für das englischsprachige Taschenbuch liegt bei etwa 11,00 Euro, über arvelle.de habe ich es zum Preis von 4,99 Euro bekommen.

Insgesamt habe ich also 21,94 Euro für sechs sehr gut erhaltene Bücher bezahlt. Ich bedanke mich ganz herzlich bei arvelle.de für die Zusendung des Gutscheins!


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Buchtipp: Am Ende aller Zeiten von Adrian J. Walker

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© S. FISCHER Verlag GmbH

 

Während ich im Sommer lieber zu leichten, witzigen Büchern greife, kann es im Herbst und Winter für mich ruhig etwas düsterer werden. Meine postapokalyptischen Lieblingsromane habe ich euch hier ja bereits vorgestellt und jetzt, nachdem ich Am Ende aller Zeiten gelesen habe, hat ein weiterer Roman Einzug in meine Favoriten-Liste gehalten. Die Hauptfigur der Geschichte ist Edgar, ein Familienvater Mitte 30, der von seinem privilegierten, aber langweiligen Leben in einem Vorort von Edinburgh genervt ist. Dies ändert sich schlagartig, als die gesamte Nordhalbkugel der Erde von mehreren Asteroiden getroffen wird und dadurch die öffentliche Ordnung komplett zusammenbricht. Es gelingt Edgar zwar, seiner Familie während der Asteroiden-Einschläge das Leben zu retten, aber im Verlauf der Handlung wird er von seiner Frau und seinen beiden Kindern getrennt. Während Edgars Familie mit einem Hubschrauber nach Cornwall geflogen worden ist, um dort mit Schiffen auf die weniger beschädigte Südhalbkugel gebracht zu werden, sitzt Edgar weiterhin im zerstörten Edinburgh fest, wo wenige Überlebende um die knappen Ressourcen kämpfen. Schließlich fasst Edgar den Entschluss, zu seiner Familie zu stoßen – allerdings muss er dafür in kürzester Zeit beinahe komplett England durchqueren und zwar zu Fuß. Eine große Herausforderung für Edgar, der seine Abende vor dem Weltuntergang lieber im Pub oder auf der Couch als im Fitness-Studio verbracht hat. Eine bunte Mischung aus anderen Überlebenden – darunter ein australischer Postbote im Ruhestand, ein Rocker, ein englischer Gentleman sowie eine Soldatin – leistet Edgar auf seiner beschwerlichen Reise Gesellschaft.

Der Charme des Romans liegt für mich natürlich einerseits im (Anti-)Helden Edgar und seiner persönlichen Weiterentwicklung, andererseits aber auch in den Beschreibungen des postapokalyptischen Edinburgh und England, was daran liegt, dass ich viele der erwähnten Orte persönlich schon einmal besucht habe. Dem Autor gelingt es leicht, seine Leser mit der düsteren Atmosphäre in den Bann zu ziehen – ich habe den Roman innerhalb von drei Tagen verschlungen, weil ich einfach nicht aufhören konnte zu lesen, wie es mit Edgar und seinem „End of the World Running Club“ (so der Original-Titel) weiter geht. Vor allem die Begegnungen mit anderen Überlebenden auf der Reise sorgen in diesem Buch für Spannung, da nicht alle Unbekannten Edgars Truppe wohlgesinnt sind. Obwohl es einige aufregende Action-Szenen gibt, steht Edgars Persönlichkeitsentwicklung im Zentrum der Handlung – was ich persönlich jedoch als positiv empfunden habe. Ich würde  Am Ende aller Zeiten  allen Lesern empfehlen, die postapokalyptische Settings mögen und denen es bei solchen Romanen nicht nur auf stumpfe Action, sondern auch auf realistisch dargestellte zwischenmenschliche Beziehungen ankommt.

In Deutschland in  Am Ende aller Zeiten von Adrian J. Walker in der Übersetzung von Nadine Püschel und Gesine Schröder im FISCHER Verlag erschienen. Auf der Website zum Roman von FISCHER Tor gibt es zahlreiche Extras wie zum Beispiel eine Leseprobe, eine Videobotschaft des Autors oder ein Interview mit dem Autor. Die Taschenbuchausgabe kostet 14,99 Euro und das E-Book ist zum Preis von 12,99 Euro erhältlich. Zudem ist beim Argon Hörbuchverlag eine ungekürzte Lesung (Laufzeit 12:29 h) mit Uve Teschner erschienen, die CD-Fassung kostet 24,95 Euro.


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Hörbuch-Tipp: Lennart Malmkvist und der ziemlich seltsame Mops des Buri Bolmen

ha2575_bÜber Blogg dein Buch wurde mir das Hörbuch Lennart Malmkvist und der ziemlich seltsame Mops des Buri Bolmen kostenlos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank an Blogg dein Buch und den Jumbo Verlag!

Die Hauptfigur der Geschichte ist der junge, erfolgreiche Unternehmensberater Lennart Malmkvist, dessen Leben kurz vor Abschluss eines wichtigen Projekts gehörig durcheinander gebracht wird: Lennarts Nachbar Buri Bolmen, der im Untergeschoss des Hauses, in dem Lennart wohnt, einen Scherzartikelladen betreibt, verschwindet (beinahe) spurlos und wird für tot gehalten. Überraschend erbt Lennart nicht nur das Geschäft, sondern auch Buris griesgrämigen Mops Bölthorn, wovon er alles andere als begeistert ist. Bald stellt sich jedoch heraus, dass Buri Bolmen mehr war als nur ein exzentrischer alter Mann – und auch hinter dem angeblichen Scherzartikelladen und  dem eigensinnigen Mops steckt mehr, als auf den ersten Blick ersichtlich ist… und schon gerät Lennart Hals über Kopf in ein magisches Abenteuer!

Lennart Malmkvist und der ziemlich seltsame Mops des Buri Bolmen ist ein Genre-Mix aus Urban Fantasy, Krimi und Komödie, wie schon durch das liebevoll gestaltete Cover angedeutet wird (ganz ehrlich, der Mops mit dem Partyhütchen hätte auch so im Geschäft sofort mein Interesse geweckt). Die Geschichte an sich ist spannend, unkonventionell, ein bisschen gruselig und wartet mit einigen richtig witzigen Stellen auf. Die Hörbuch-Interpretation von Dietmar Wunder hat mir sehr gut gefallen. Es gelingt dem Sprecher ganz hervorragend, den einzelnen Figuren mit seiner Stimme eine eigene Persönlichkeit zu geben: vom ehrgeizigen Lennart, über dessen emotionale italienische Nachbarin, bis hin zu dem mysteriösen Advokaten Isaakson, einem genervten Orakel und natürlich dem stets mies gelaunten Mops Bölthorn. Obwohl die Geschichte zwischenzeitlich mehrere Handlungsstränge hat, lässt sich das Geschehen auch im Hörbuch-Format gut nachvollziehen ohne dass man durcheinander kommt – was sicherlich auch der Interpretation der unterschiedlichen Charaktere und deren Emotionen durch Dietmar Wunder zu verdanken ist. Durch die spannende Handlung und Dietmar Wunders angenehme Stimme wollte ich gar nicht mehr mit dem Zuhören aufhören und hatte die etwas mehr als vier Stunden des Hörbuchs schnell durch. Nur das CD-Wechseln zwischendurch hat mich ein klein wenig gestört, normalerweise ziehe ich Hörbuch-Downloads der CD-Fassung gegenüber vor – allerdings ist diese Hörbuch (bisher) ausschließlich in CD-Form erschienen. Alles in allem hatte ich jedoch sehr viel Spaß daran, die Geschichte von Lennart Malmkvist und der ziemlich seltsame Mops des Buri Bolmen anzuhören und würde das Hörbuch breit weiterempfehlen, an alle Mops- und Magie-Fans, an alle, die Spaß an Urban Fantasy haben, die sich selbst nicht zu ernst nimmt, sowie an Krimi-Freunde, die offen für übernatürliche Elemente sind.


Lennart Malmkvist und der ziemlich seltsame Mops des Buri Bolmen ist als Hörbuch im Jumbo Verlag erschienen und kann zum Preis von 15,00 Euro direkt über die Verlagswebsite bestellt werden. Der gleichnamige Roman von Lars Simon ist beim dtv erschienen: das Taschenbuch ist zum Preis von 9,95 Euro erhältlich und das E-Book kostet 7,99 Euro.


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Christie des Monats: Das unvollendete Bildnis

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© Hoffmann und Campe Verlag

In Das unvollendete Bildnis rollt Meister-Detektiv Hercule Poirot einen scheinbar gelösten Fall neu auf – mit überraschenden Konsequenzen. Die junge Carla Lemarchant bittet Poirot um Hilfe: sechzehn Jahre zuvor wurde ihr Vater, der Maler Amyas Crale, vergiftet. Ihre Mutter, Caroline Crale, wurde des Mordes für schuldig befunden und starb kurze Zeit später im Gefängnis. Carla Lemarchant ist jedoch überzeugt, dass damals etwas übersehen worden ist, da ihre Adoptiveltern ihr an ihrem 21. Geburtstag einen Brief ihrer Mutter übergeben haben, in dem Caroline Crale ihre Unschuld beteuert. Hercule Poirot nimmt sich des Falls an und findet schnell heraus, dass nur fünf weitere Personen als potentielle Täter in Frage kommen: Amyas‘ bester Freund Philip Blake, dessen Bruder Meredith Blake (aus dessen Vorrat das Gift gestohlen wurde), Carolines jüngere Schwester Angela Warren, deren Gouvernante Cecilia Williams sowie Amyas‘ Geliebte Elsa Greer. Nach und nach spricht Poirot sowohl mit den damals zuständigen Polizisten und Anwälten als auch mit den fünf Verdächtigen, von denen jeder seine eigene Version der Ereignisse darlegt. Allein auf Grund dieser Gespräche gelingt es Poirot schließlich, der Wahrheit auf die Spur zu kommen…

Das Besondere an Das unvollendete Bildnis ist sicherlich, dass Poirot in einem Fall ermittelt, der so weit in der Vergangenheit liegt, dass er sich allein auf die beteiligten Personen konzentrieren muss und keinerlei andere Hilfsmittel wie Beweise vom Tatort zur Verfügung hat. Dennoch ist der Roman spannend und lädt zum Mitraten ein, vor allem, da bis ganz zum Schluss zunächst alles darauf hindeutet, dass Caroline Crale tatsächlich die Mörderin ist. Erst am Ende wird klar, wer noch ein Motiv und die Gelegenheit zu der Tat gehabt haben könnte – auf die richtige Lösung wäre ich selbst jedoch nicht von allein gekommen – dennoch finde ich die Auflösung schlüssig und überzeugend.

In Deutschland ist Das unvollendete Bildnis in neuer Übersetzung von Cornelia Stoll im Atlantik Verlag erschienen. Die Taschenbuch-Ausgabe kostet 10,00 Euro und das E-Book ist zum Preis von 8,99 Euro erhältlich. Wer Hörbücher bevorzugt, wird bei der großen Agatha Christie Geburtstags-Edition fündig: neben Eine karibische Affäre und Die Kleptomanin enthält diese Hörbuch-Sammlung auch eine gekürzte Lesung von Das unvollendete Bildnis mit Sprecher David Nathan. Die CD-Fassung gibt es für 29,99 Euro, während der Hörbuch-Download 20,95 Euro kostet.