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Beauty – Bücher – Blockbuster


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(Jugend-) Buchtipp: Die Spur der Bücher

u1_978-3-8414-4005-1Transparenz: Diesen Roman habe ich mir selbst gekauft und berichte darüber, weil er mir gefallen hat. Für die Verlinkung zu Verlagswebsites erhalte ich keinerlei Gegenleistung.

Mercy Amberdale ist eine Bibliomantin: Sie kann mithilfe von Büchern Magie ausüben. Nach einem tragischen Vorfall schwört Mercy jedoch der Bibliomantik ab und schlägt sich im viktorianischen London damit durch, seltene Bücher für Sammler (auf nicht ganz legalem Wege) zu beschaffen. Das ändert sich jedoch, als ein alter Bekannter sie bittet, in einem mysteriösen Todesfall zu ermitteln: ein Buchhändler ist inmitten seines Ladens verbrannt, ohne dass auch nur ein einziges Buch beschädigt worden ist. Mercys Nachforschungen führen sie tief in die Welt der Bibliomanten und werden schnell gefährlich für die mutige junge Frau…

In Die Spur der Bücher habe ich mich sofort verliebt, als ich das Buchcover gesehen habe: auf dem Bild ist es nicht so richtig zu erkennen, aber die Schrift auf dem Umschlag ist goldfarben und in das Papier eingeprägt. Nachdem ich den Roman dann in der Hand hatte und erfahren habe, dass die Geschichte im viktorianischen Zeitalter spielt, war mir klar, dass ich dieses Buch einfach haben musste. Besonders gut gefallen haben mir das Worldbuilding sowie das Konzept der Bibliomantik, das Kai Meyer bereits in seiner Seiten der Welt -Trilogie eingeführt hat. (Um Die Spur der Bücher zu verstehen, ist es übrigens nicht notwendig, vorher Die Seiten der Welt zu lesen.) Mich persönlich hat vor allem das viktorianische Setting angesprochen, das mit allerlei Anspielungen auf die Schauerromane dieser Epoche zu überzeugen weiß. Aber auch die Handlung, in der nie Langeweile aufkommt, sowie die sympathischen Charaktere (allen voran Mercy) sind ganz nach meinem Geschmack. Es macht großen Spaß, Mercy bei ihren Ermittlungen zu begleiten und mitzuerleben, wie sie sich nach den tragischen Ereignissen in ihrer Vergangenheit langsam wieder der Bibliomantik und ihren Freunden öffnet. Mindestens genauso gut gelungen wie Mercy sind dem Autor jedoch auch die zahlreichen Nebenfiguren und sogar die Bösewichte, die allesamt nachvollziehbare Gründe für ihre (Un)taten haben. Insgesamt habe ich mich so sehr an Mercy und ihre Freunde gewöhnt, dass ich fast ein bisschen traurig war, als ich das Buch (viel zu schnell) durchgelesen hatte. Allerdings soll bereits Ende September die Fortsetzung erscheinen. Positiv hervorzuheben ist außerdem das Ende des Romans: obwohl Die Spur der Bücher als Serie angelegt ist, wird die Leserin hier nicht mit einem Cliffhanger-Ende an die Grenze ihres Geduldsfadens getrieben, sondern bekommt eine ausgewogene Mischung aus geklärten Fragen bzw. abgeschlossenen Handlungssträngen und kleinen Hinweisen, die Neugier auf den nächsten Band wecken, dargeboten. Insgesamt ist Die Spur der Bücher ein spannender Fantasy-Roman mit Krimi-Elementen, der nicht nur jugendlichen Buchliebhaberinnen Freude bereiten dürfte!

Die Spur der Bücher ist beim S. Fischer Verlag erschienen. Die Hardcover-Ausgabe kostet in Deutschland 19,99 Euro (ja, ich weiß, das ist viel Geld, aber das Buch ist einfach wunderschön). Das E-Book ist zum Preis von 14,99 Euro erhältlich. Zudem hat der Argon Hörbuchverlag eine ungekürzte Lesung mit Simon Jäger auf MP3-CD herausgebracht (Laufzeit: 10 Stunden, 46 Minuten), diese liegt preislich bei 19,95 Euro.

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Comic-Buchtipp: Saga von Brian K. Vaughan und Fiona Staples

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© Image Comics

Es ist bereits eine Weile her, dass mich ein Comicbuch so richtig vom Hocker gerissen hat und vor einem Monat war es wieder einmal so weit: Ich habe mit der Saga-Reihe von Brian K. Vaughan und Fiona Staples begonnen und war sofort ab der ersten Seite völlig hin und weg. In Saga geht es um die jungen Eltern Alana und Marko und ihre Tochter Hazel. Die beiden haben ein großes Problem: eigentlich sollten sie als Soldaten an verschiedenen Fronten kämpfen: Alana für technologisch überlegene Landfall-Armee und Marko für die Wreath-Armee, die mittels Magie kämpft. Allerdings haben Alana und Marko sich ineinander verliebt und sind gemeinsam geflüchtet. Ein neugeborenes Baby erleichtert die Sache nicht gerade – zumal es sowohl die Landfall- als auch die Wreath-Machthaber auf das süße kleine Mischwesen Hazel abgesehen haben, das sowohl die typischen Wreath-Hörner als auch die charakteristischen Landfall-Flügel besitzt. Die Leser begleiten nicht nur Alana, Marko und Hazel auf ihrer Flucht durch den Weltraum, sondern lernen auch ihre Verfolger kennen (und beginnen sogar teilweise damit, sie zu mögen). Die Geschichte wird dabei aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt (u.a. auch aus der Sicht einer inzwischen erwachsenen Hazel) und führt die Leser auf verschiedene Planeten. Dabei gelingt es dem Comic auf nur 160 Seiten abwechselnd witzig (ich musste tatsächlich laut auflachen), ergreifend und atemberaubend spannend zu sein. Genretechnisch wüsste ich Saga ehrlich gesagt gar nicht richtig einzuordnen: es gibt zwar ein Science Fiction-Setting, aber auch Fantasy-Elemente, eine mitreißende Liebesgeschichte, eine Prise Sozialkritik und lustige Szenen. Erwachsenen Lesern, die für einen solchen Genremix offen sind, empfehle ich Saga bedingungslos (außer sie sind prüde, dann wohl besser nicht). Im englischsprachigen Original kostet die Taschenbuchausgabe um die 12,00 Euro, als E-Book ist sie etwas günstiger. Wer lieber in deutscher Sprache liest, wird bei CrossCult fündig: hier kostet die übersetzte Printversion 22,00 Euro und das E-Book ist zum Preis von 9,99 Euro erhältlich. Auf deren Verlagswebsite gibt es auch eine Leseprobe.


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Christie des Monats: Das Haus an der Düne

Das Haus an der Duene von Agatha ChristieFür alle, die sich lieber von einem guten Krimi anstatt vom Hype um Fußball-WM der Männer mitreißen lassen, habe ich heute einen Hörbuch-Tipp: Das Haus an der Düne von Agatha Christie. Bei einem Urlaub in Cornwall lernt der belgische Meisterdetektiv Hercule Poirot die charmante Nick Buckley kennen. Erstaunt hört er, dass die junge Frau drei Mal innerhalb von kürzester Zeit knapp tödlichen Unfällen entgangen ist. Als Poirot schließlich ein Einschussloch in Nicks Hutkrempe entdeckt, steht für ihn fest, dass das Leben der quirligen Dame in Gefahr ist. Gemeinsam mit seinem Freund Captain Hastings bricht er auf zum titelgebenden Haus an der Düne, dem Familiensitz der Buckleys, der schon bessere Zeiten gesehen hat, um den bevorstehenden Mord an Nick zu verhindern…

Das Haus an der Düne ist eine spannende Krimi-Geschichte, die zum Mitraten einlädt und immer wieder mit unerwarteten Wendungen überrascht. Neben dem (von mir) nicht vorhersehbarem Ende sind die interessanten Figuren eine weitere Stärke der Geschichte: vom scharfsinnigen Detektiv Hercule Poirot, der auch mal einen sarkastischen Spruch rauslässt, über seinen loyalen, aber leicht trotteligen Kumpel Arthur Hastings bis hin zur lebhaften Nick Buckley, ihrer hübschen, aber geistesabwesenden Freundin Freddie oder dem mysteriösen australischen Ehepaar Croft, das in ihrem Gasthaus untergekommen ist. Trotz der Vielfalt an Charakteren sind diese so unterschiedlich und bemerkenswert, dass man beim Hören nicht durcheinander kommt. Obwohl es sich hierbei um eine gekürzte Fassung des Romans handelt, konnte ich der Handlung problemlos folgen. Auch wenn ich eher an die Agatha Christie-Hörbücher mit Oliver Kalkofe als Sprecher gewöhnt bin, konnte mich Wolf Frass mit seiner angenehm ruhigen Stimme ebenfalls überzeugen. Insgesamt kann ich diese Hörbuch-Fassung von Das Haus an der Düne uneingeschränkt an Krimi-Fans weiterempfehlen.

Das Haus an der Düne ist in der Übersetzung von Tanja Handels beim Hörverlag erschienen. Die Laufzeit beträgt 3 Stunden und 29 Minuten. Als Download kostet das Hörbuch 6,95 Euro, für die CD-Fassung beträgt der Preis 9,99 Euro. Audible-AbonnentInnen können auch eines ihrer Guthaben gegen das Hörbuch eintauschen. Wer lieber selbst liest, wird beim Atlantik-Verlag fündig: hier kostet die Taschenbuch-Ausgabe (in der Übersetzung von Monika Gripenberg) 10,00 Euro und das E-Book ist zum Preis von 8,99 Euro erhältlich.


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Stella hört: Die Morde von Pye Hall (Anthony Horowitz)

ha2822_bÜber Blogg dein Buch habe ich kostenlos ein Rezensionsexemplar des Hörbuchs Die Morde von Pye Hall von Anthony Horowitz aus dem JUMBO Verlag erhalten, vielen Dank! Als Fan von klassischen Detektiv-Romanen à la Agatha Christie habe ich mich ganz besonders auf dieses Hörbuch gefreut und wurde nicht enttäuscht. Protagonistin des Romans ist die Londoner Lektorin Susan Ryeland, die das Manuskript zu Morde von Pye Hall, dem neusten Teil der erfolgreichen Atticus Pünd-Reihe liest und dabei feststellt, das ausgerechnet die letzten Kapitel, in denen der Fall aufgeklärt wird, fehlen. Als sie dann zu allem Überfluss auch noch erfährt, dass der Autor Alan Conway verstorben ist, begibt sich Susan selbst auf die Suche nach den fehlenden Seiten und erfährt dabei persönliche Details aus dem Leben von Alan Conway, die sie daran zweifeln lassen, dass der Autor tatsächlich Selbstmord begangen hat…

Das Hörbuch hat zwei Handlungsebenen, die sich durch die beiden Sprecher aber gut voneinander unterscheiden lassen. Die Rahmenhandlung um Susan Ryeland wird von Katja Danowski gesprochen. Frau Danowski gelingt es dabei hervorragend, der klugen Lektorin Persönlichkeit zu verleihen und den Hörern ihre Gefühle zu vermitteln. Der Roman Morde von Pye Hall wird von Bodo Wolf gelesen. Da ich lange Zeit die Fernsehserie Monk geschaut und geliebt habe, in der Herr Wolf als Synchronsprecher des titelgebenden Detektivs fungiert, finde ich diese Besetzung sehr gelungen. Herr Wolf schafft es, jeder der vielen (teilweise recht exzentrischen) Romanfiguren eine eigene Stimme geben. Seine ruhige, getragene Stimme passt sehr gut zu der Handlung von Morde von Pye Hall, die von „Goldenen Zeitalter der Kriminalliteratur“ inspiriert ist und die Form eines Whodunit annimmt. Das Konzept eines „Romans im Roman“ hat mir dabei sehr gefallen, vor allem, als im Laufe der Geschichte gewissen Parallelen zwischen den Morden von Pye Hall und der Rahmenhandlung aufgetaucht sind. Obwohl ich die Geschichte durchgängig interessant fand, wird eher gemächlich ein Spannungsbogen aufgebaut, der erst mit dem Beginn von Susans Nachforschungen so richtig in Gang kommt. Während ich die Auflösung der Morde von Pye Hall durch aufmerksames Zuhören bereits erahnt habe (was ich jedoch nicht weiter schlimm finde), konnte mich das Ende der Rahmenhandlung wirklich überraschen. Am meisten gefallen hat mir das Miträtseln, wer der Täter sein könnte, insofern fand ich es gut, dass der Text den Hörern Hinweise gibt (unter denen natürlich auch einige falsche Fährten sind). Insgesamt empfehle ich Die Morde von Pye Hall allen Krimi-Fans! Das Hörbuch auf 8 CDs mit einer Spielzeit von mehr als 10 Stunden bekommt ihr für 22,00 Euro zum Beispiel direkt beim Verlag. Wer lieber selbst liest, wird beim Insel Verlag fündig, der den Roman sowohl als gedrucktes Buch für 24,00 Euro als auch als E-Book für 19,99 Euro anbietet.



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Buchtipp: Herding Cats von Sarah Andersen

73767974-00-00Wie ich hier auf dem Blog bereits erwähnt habe, ist Sarah Andersen meine absolute Lieblingscartoonistin. Als also vor kurzem ihr drittes Buch, Herding Cats, veröffentlicht worden ist, habe ich es mir direkt am Erscheinungstag gesichert. In den Cartoons geht es meist um Alltagssituationen, mit denen man als junge Frau/ Künstlerin/ introvertierte Person konfrontiert wird und die dadurch besonders lustig werden, dass man sich selbst darin wiederfindet. Neben den kurzen Cartoons, wie sie auch auf Sarahs Homepage zu finden sind, gibt es in dem Buch auch zwei etwas längere Bildergeschichten, die unter dem Motto „Making Stuff in the Modern Era: A Guide for the Young Creative“ stehen und die mich zum Schmunzeln gebracht und mir ebenso gut gefallen haben wie die Cartoons. Der Look des Buches mit dem weichen Stoff auf dem Pullover der Titelfigur und der Überschrift passt gut zu den Geschichten und die Verarbeitung des insgesamt 108-seitigen Bandes ist solide. Bisher ist von Sarahs drei Bücher nur ihr Erstlingswerk auf Deutsch erschienen, allerdings denke ich, dass die Cartoons durch die geringe Menge an Text auch für LeserInnen mit mittelmäßigen Englisch-Kenntnissen verständlich sein dürften. In Deutschland bekommt ihr das Buch für etwa 12,00 Euro im Handel. Alle Fans von Sarah’s Scribbles werden sicherlich ihre Freude an dem Büchlein haben.


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Buchtipp: Pilates – Das komplette Trainingsbuch von Stefanie Rahn und Christian Lutz

IMG_0013In diesem Jahr habe zum ersten Mal mit einem Pilates-Kurs angefangen – da traf es sich super, dass auf bloggdeinbuch.de gerade bloggende LeserInnen für Pilates – Das komplette Trainingsbuch von Stefanie Rahn und Christian Lutz aus dem Meyer & Meyer Verlag gesucht wurden. Das Buch richtet sich sowohl an Pilates-Praktizierende als auch an TrainerInnen. Nach einem kurzem Vorwort gibt es eine kleine Einführung dazu, was Pilates ist und wie es entstanden ist, bevor es direkt ab Seite 18 in die Praxis geht. Zunächst erläutert das Autoren-Team die Grundlagen des Trainings, was durch die Einbindung von praktischen Übungen nie langweilig wirkt. Danach werden einzelne Pilates-Übungen detailliert vorgestellt. Den größten Teil des Buches nehmen dann speziell zusammengestellte Übungsprogramme ein, bei denen für wirklich jeden das Richtige dabei sein dürfte.



Ich als Pilates-Neuling finde bei dem Buch besonders gut, dass alle Übungen mit Schritt-für-Schritt Anleitungen und Fotos ganz genau erklärt werden, wodurch ich mich auch an Übungen herangetraut habe, die zuvor vollkommen neu für mich waren. Bei dem Kapitel, in dem die Übungen einzeln vorgestellt werden, steht zudem immer dabei, was die jeweilige Übung bewirken soll, so dass auch Anfänger sich selbst ein Programm zusammenstellen können, das auf ihre jeweiligen Bedürfnisse zugeschnitten ist. Von den fertig zusammengestellten Programmen habe ich bisher nur die beiden Starter-Programme ausprobiert. Beide Starter-Übungsprogramme sind meiner Erfahrung nach gut für Pilates-Beginner wie mich geeignet, im Laufe der Zeit werde ich sicherlich noch weitere der Programme ausprobieren. Außerdem gefällt mir, dass für die meisten Übungen außer einer Gymnastikmatte kein weiteres Equipment benötigt wird – im Teil mit den Übungsprogrammen gibt es zwar einen Abschnitt, der sich mit Pilates-Ball, -Rolle sowie elastischem Band beschäftigt, dieser ist jedoch vergleichsweise kurz. Für fortgeschrittene TurnerInnen sowie TrainerInnen stehen bei den Übungen und Programmen noch einige Extra-Tipps, wie beispielsweise Variationen der Übungen oder häufige Fehler bei der Ausführung. Noch ein paar Worte zu der Aufmachung des Buches: das eher schlichte Titelbild stimmt die Leser schon mal darauf ein, dass bei dem Buch die einzelnen Übungen im Mittelpunkt stehen. Die Printausgabe des Buchs ist mit ihren knapp 380 Seiten relativ schwer, was jedoch den Vorteil hat, dass das Buch aufgeschlagen liegen bleibt, wenn man es neben seine Matte legt. Das Autoren-Team leitet selbst Pilates-Studios und wirkt sehr kompetent (auch durch das Einbeziehen von Literaturverweisen aus Fachzeitschriften). Insgesamt ist Pilates – Das komplette Trainingsbuch ein gut gelungenes Nachschlagewerk für Pilates-Interessierte, das ich gerne weiterempfehle! Erhältlich ist das Buch zum Preis von 28,00 Euro (Printausgabe) bzw. 21,99 Euro (E-Book) direkt beim Verlag oder in eurer Lieblingsbuchhandlung.


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Buch-Tipp: Das Lied der Krähen von Leigh Bardugo

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© Droemer Knaur

Das Lied der Krähen wurde ja pünktlich zur Veröffentlichung von einer großen Marketing-Kampagne begleitet, die auch an mir nicht spurlos vorüber gegangen ist. Nachdem ich viele begeisterte Rezensionen zu dem neuen Roman von Leigh Bardugo gelesen habe, konnte ich schließlich nicht mehr widerstehen und habe mir das Buch ebenfalls gekauft. Zuvor hatte ich von der Autorin bereits den Auftaktband zu ihrer Grischa-Trilogie, Goldene Flammen, gelesen. Obwohl mir das Worldbuilding und der Schreibstil ganz gut gefallen haben, konnte ich mit der Liebesgeschichte, die im Zentrum der Reihe steht, nicht so viel anfangen – mir war das Ganze stellenweise zu klischeehaft, kitschig und vorhersehbar.

Wie bereits die Grischa-Trilogie, spielt auch Das Lied der Krähen in Bardugos fiktivem Grishaverse (Grischaversum?), einer Welt, in der es Menschen mit angeborenen übernatürlichen Fähigkeiten gibt, die als Grischa bezeichnet werden. Im Mittelpunkt des Fantasy-Abenteuers stehen sechs Außenseiter, die einen gefährlichen Auftrag annehmen: Sie sollen einen Wissenschaftler aus einem ausbruchssicheren, ausländischen Gefängnis befreien. Dieser hat nämlich eine Droge erfunden, die die Kräfte der Grischa extrem verstärken kann. Logischerweise hätten viele Regierungen den Wissenschaftler deshalb gern auf ihrer Seite. Für unsere sechs (Anti-?)HeldInnen beginnt damit ein Wettlauf gegen die Zeit. Anführer der Truppe ist der Kriminelle Kaz Brekker, der sich den Ruf erarbeitet hat, dass ihm kein Auftrag zu schmutzig ist. An seiner Seite stehen Inej Ghafa, eine ehemalige Sexsklavin, die von Kaz als Spionin rekrutiert worden ist sowie Scharfschütze Jesper Fahey, der mit dem angebotenen Lohn seine Spielschulden begleichen will. Zusätzlich nimmt Kaz noch Nina Zenik in sein Team auf, eine Grischa, die mithilfe ihrer übernatürlichen Kräfte die Körperfunktionen von Menschen beeinflussen kann, sowie den Gefängnisinsassen Matthias Helvar, den eine leidenschaftliche Hass-Liebe mit Nina verbindet. Als letztes Mitglied kommt Wylan van Eck als Sprengstoff-Experte dazu, der nach einem privilegiertem Leben in der Oberschicht Ketterdams in den Slums der Stadt gelandet ist. Gemeinsam machen die Sechs sich auf ins frostige Fjerda, um ihren gefährlichen, aber sehr gut bezahlten Auftrag zu erfüllen.

Während ich bei der Grischa-Trilogie Schwierigkeiten damit hatte, überhaupt eine der Figuren sympathisch zu finden (mit Ausnahme von Genya), kann ich bei Das Lied der Krähen gar nicht entscheiden, welchen Charakter ich am liebsten mag. Jeder der sechs Protagonisten hat eine interessante Hintergrundgeschichte und ist so beschrieben, dass die Leserin sich gut in ihn hineinversetzen und seine Beweggründe nachvollziehen kann. Zu Beginn des Buches braucht man ein wenig, um sich in die Handlung hineinzufinden, da die einzelnen Kapitel abwechselnd jeweils aus der Sicht einer anderen Person erzählt werden, aber spätestens ab dem vierten Kapitel steckt man so tief in den Geschehnissen drin, dass dies nicht weiter störend ist. Die Geschichte wartet mit einigen überraschenden Wendungen auf und bleibt bis zum Ende hin durchgängig spannend, so dass ich die mehr als 500 Seiten innerhalb weniger Tage durchgelesen hatte. Das Lied der Krähen kann ich also bedenkenlos an (Urban) Fantasy-Fans weiterempfehlen!

In Deutschland ist Das Lied der Krähen in der Übersetzung von Michelle Gyo beim Knaur Verlag erschienen. Die Ausgabe in Klappenbroschur kostet 16,99 Euro, während das E-Book zum Preis von 14,99 Euro erhältlich ist. Die englischsprachige Originalausgabe ist unter dem Titel Six of Crows erschienen, die Taschenbuch-Ausgabe bekommt man hierzulande für ca. 10 Euro und das E-Book für 4,99 Euro.