stellabloggtfuereuch

Beauty – Bücher – Blockbuster


3 Kommentare

Buch-Tipp: Das Lied der Krähen von Leigh Bardugo

978-3-426-65443-9_druck

© Droemer Knaur

Das Lied der Krähen wurde ja pünktlich zur Veröffentlichung von einer großen Marketing-Kampagne begleitet, die auch an mir nicht spurlos vorüber gegangen ist. Nachdem ich viele begeisterte Rezensionen zu dem neuen Roman von Leigh Bardugo gelesen habe, konnte ich schließlich nicht mehr widerstehen und habe mir das Buch ebenfalls gekauft. Zuvor hatte ich von der Autorin bereits den Auftaktband zu ihrer Grischa-Trilogie, Goldene Flammen, gelesen. Obwohl mir das Worldbuilding und der Schreibstil ganz gut gefallen haben, konnte ich mit der Liebesgeschichte, die im Zentrum der Reihe steht, nicht so viel anfangen – mir war das Ganze stellenweise zu klischeehaft, kitschig und vorhersehbar.

Wie bereits die Grischa-Trilogie, spielt auch Das Lied der Krähen in Bardugos fiktivem Grishaverse (Grischaversum?), einer Welt, in der es Menschen mit angeborenen übernatürlichen Fähigkeiten gibt, die als Grischa bezeichnet werden. Im Mittelpunkt des Fantasy-Abenteuers stehen sechs Außenseiter, die einen gefährlichen Auftrag annehmen: Sie sollen einen Wissenschaftler aus einem ausbruchssicheren, ausländischen Gefängnis befreien. Dieser hat nämlich eine Droge erfunden, die die Kräfte der Grischa extrem verstärken kann. Logischerweise hätten viele Regierungen den Wissenschaftler deshalb gern auf ihrer Seite. Für unsere sechs (Anti-?)HeldInnen beginnt damit ein Wettlauf gegen die Zeit. Anführer der Truppe ist der Kriminelle Kaz Brekker, der sich den Ruf erarbeitet hat, dass ihm kein Auftrag zu schmutzig ist. An seiner Seite stehen Inej Ghafa, eine ehemalige Sexsklavin, die von Kaz als Spionin rekrutiert worden ist sowie Scharfschütze Jesper Fahey, der mit dem angebotenen Lohn seine Spielschulden begleichen will. Zusätzlich nimmt Kaz noch Nina Zenik in sein Team auf, eine Grischa, die mithilfe ihrer übernatürlichen Kräfte die Körperfunktionen von Menschen beeinflussen kann, sowie den Gefängnisinsassen Matthias Helvar, den eine leidenschaftliche Hass-Liebe mit Nina verbindet. Als letztes Mitglied kommt Wylan van Eck als Sprengstoff-Experte dazu, der nach einem privilegiertem Leben in der Oberschicht Ketterdams in den Slums der Stadt gelandet ist. Gemeinsam machen die Sechs sich auf ins frostige Fjerda, um ihren gefährlichen, aber sehr gut bezahlten Auftrag zu erfüllen.

Während ich bei der Grischa-Trilogie Schwierigkeiten damit hatte, überhaupt eine der Figuren sympathisch zu finden (mit Ausnahme von Genya), kann ich bei Das Lied der Krähen gar nicht entscheiden, welchen Charakter ich am liebsten mag. Jeder der sechs Protagonisten hat eine interessante Hintergrundgeschichte und ist so beschrieben, dass die Leserin sich gut in ihn hineinversetzen und seine Beweggründe nachvollziehen kann. Zu Beginn des Buches braucht man ein wenig, um sich in die Handlung hineinzufinden, da die einzelnen Kapitel abwechselnd jeweils aus der Sicht einer anderen Person erzählt werden, aber spätestens ab dem vierten Kapitel steckt man so tief in den Geschehnissen drin, dass dies nicht weiter störend ist. Die Geschichte wartet mit einigen überraschenden Wendungen auf und bleibt bis zum Ende hin durchgängig spannend, so dass ich die mehr als 500 Seiten innerhalb weniger Tage durchgelesen hatte. Das Lied der Krähen kann ich also bedenkenlos an (Urban) Fantasy-Fans weiterempfehlen!

In Deutschland ist Das Lied der Krähen in der Übersetzung von Michelle Gyo beim Knaur Verlag erschienen. Die Ausgabe in Klappenbroschur kostet 16,99 Euro, während das E-Book zum Preis von 14,99 Euro erhältlich ist. Die englischsprachige Originalausgabe ist unter dem Titel Six of Crows erschienen, die Taschenbuch-Ausgabe bekommt man hierzulande für ca. 10 Euro und das E-Book für 4,99 Euro.

Advertisements


Hinterlasse einen Kommentar

Stellas Best of 2017: Bücher

So gegen Ende des Jahres gehört ein kleiner Rückblick ja schon fast zum guten Ton – auch bei mir wird es ein paar „Best of“-Beiträge zum Sachen geben, die mir in diesem Jahr besonders gut gefallen haben. Beginnen möchte ich mit dem Bereich Bücher. Beim Zusammenstellen meiner Top Ten ist mir aufgefallen, dass ausnahmslos alle meine Favoriten zu Buch-Serien gehören… 😊 Geht es euch auch so, dass ihr gern Buch-Reihen lest? Mir gefällt daran vor allem, dass man die einzelnen Romanfiguren über einen längeren Zeitraum hinweg beobachten und besser kennenlernen kann.

Hier sind also meine Lieblingsbücher des Jahres 2017: bestof1

  • Die „Jane Rizzoli & Maura Isles“-Serie von Tess Gerritsen begleitet mich schon seit einer ganzen Weile durch mein Leben und ich freue mich jedes Mal wie ein Schneekönig, wenn ein neuer Teil angekündigt wird. Im inzwischen zwölften Roman um Polizistin Jane Rizzoli und Gerichtsmedizinerin Maura Isles untersuchen die beiden den Fall einer ermordeten Studentin, deren Leiche postmortem verstümmelt worden ist. Es macht gewohnt viel Spaß, Jane und Maura bei ihren Ermittlungen zu beobachten und natürlich auch selbst mitzuraten. Die wechselnden Perspektiven machen diesen Thriller richtig spannend – das gibt eine starke Weiterempfehlung von mir! Wer bisher noch nichts aus der Reihe gelesen hat, dem empfehle ich jedoch, mit dem ersten Band, „Die Chirurgin“ zu beginnen, diesen habe ich bereits hier auf dem Blog vorgestellt. „Blutzeuge“ ist in deutscher Übersetzung von Andreas Jäger beim Limes Verlag erschienen. Die gebundene Fassung kostet 19,99 Euro und das E-Book gibt es zum Preis von 15,99 Euro.
  • „Der Galgen von Tyburn“ ist der sechste Band der „Peter Grant“-Serie von Ben Aaronovitch. Hier wird der Magier-Polizist Peter Grant erneut in allerlei übernatürliche Kriminalfälle verwickelt, was gewohnt witzig, spannend und abgefahren zu lesen ist. Den ersten Teil der Reihe, „Die Flüsse von London“, habe ich euch hier auf dem Blog bereits vorgestellt. „Der Galgen von Tyburn“ ist in deutscher Übersetzung von Christine Blum beim dtv erschienen. Die Taschenbuch-Ausgabe ist zum Preis von 10,95 Euro und das E-Book zum Preis von 8,99 Euro erhältlich.
  • Kein anderes Buch habe ich 2017 so sehnsüchtig erwartet wie „Lord of Shadows“, die Fortsetzung zu „Lady Midnight“. Der Roman spielt in Cassandra Clares „Schattenjäger“-Universum und ist zeitlich nach den Ereignissen ihrer „The Mortal Instruments“-Serie angesiedelt. Da ich von „Lady Midnight“ so begeistert war, waren meine Erwartungen an „Lord of Shadows“ verdammt hoch – und wurden von dem Roman tatsächlich noch übertroffen! Das Einzige, was mich gestört hat, war das – hmm, sagen wir mal – offene Ende. Am liebsten hätte ich sofort weiter gelesen, aber da es für den nächsten Band noch nicht einmal ein angekündigtes Erscheinungsdatum gibt, muss ich mich wohl oder übel in Geduld üben… „Lord of Shadows“ ist in deutscher Übersetzung von Franca Fritz und Heinrich Koop im Goldmann Verlag erschienen. Die gebundene Ausgabe kostet 19,99 Euro und das E-Book 14,99 Euro.
  • Den Auftaktband zur „These Broken Stars“-Serie von Amie Kaufman und Meagan Spooner habe ich zufällig in der Bücherei entdeckt und ohne große Erwartungen eingesteckt. Wie positiv überrascht ich von dem Roman dann schließlich war, könnt ihr in meinem entsprechenden Blog-Beitrag nachlesen. „These Broken Stars – Lilac und Tarver“ ist in deutscher Übersetzung von Stefanie Frieda Lemke im Carlsen Verlag erschienen. Die Hardcover-Ausgabe ist zum Preis von 19,99 Euro erhältlich, das E-Book kostet 13,99 Euro.
  • „Weiße Magie – Vorsicht Stufe“ ist der zweite Band von Steve Hockensmiths Cosy Crime-Reihe um Tarotladen-Besitzerin Alanis McLachlan, die in einer Kleinstadt in Arizona mithilfe ihrer magischen Karten (an die sie eigentlich nicht einmal glaubt) wider Willen Verbrechen aufklärt. Genauso wie der erste Teil „Weiße Magie – Mordsgünstig“ überzeugt auch die Fortsetzung vor allem durch die schlagfertige Protagonistin Alanis und ihre Tricks. „Weiße Magie – Vorsicht Stufe“ ist in deutscher Übersetzung von Britta Mümmler beim dtv erschienen. Die Taschenbuch-Ausgabe kostet 9,95 Euro und das E-Book 7,99 Euro.Bestof2
  • Von dem Buch „The Thousandth Floor“ habe erstmals etwas mitbekommen, als einige Leserinnen in der Blogosphäre über das deutsche Cover und/oder den deutschen Titel debattiert haben. Die Story des Buchs hat mich sofort angesprochen: in der nahen Zukunft leben Menschen in riesigen Hochhäusern – je weiter oben man wohnt, desto höher ist der gesellschaftliche Status. Im tausendstöckigen New Yorker Tower überschneiden sich die Leben einiger Teenager aus unterschiedlichen Stockwerken auf fatale Art und Weise… Der Roman hat mich als Leserin sofort in seinen Bann gezogen und innerhalb weniger Tage hatte ich ihn durchgesuchtet – und war super glücklich, als ich gesehen habe, dass der zweite Teil schon erhältlich ist (den ich dann genauso schnell durchgelesen habe…) Ich persönlich finde das amerikanische Cover hübscher als das deutsche, aber so furchtbar schlimm wie einige andere finde ich das deutsche Titelbild auch nicht. In Deutschland ist der Roman unter dem Titel „Beautiful Liars: Verbotene Gefühle“ in der Übersetzung von Franziska Jaekel bei Ravensburger erschienen. Die Hardcover-Ausgabe gibt es zum Preis von 17,00 Euro und das E-Book ist für 14,99 Euro zu haben.
  • Normalerweise stehe ich nicht so auf Superhelden-Comics, aber Kamala Khan alias Ms. Marvel hat mein Herz im Sturm erobert! Noch nie zuvor habe ich eine so sympathische Superheldin gesehen, mit der ich mir tatsächlich vorstellen könnte, befreundet zu sein, wenn sie real wäre. Meinen großen Begeisterungssturm könnt ihr nochmal hier auf dem Blog nachlesen. In Deutschland erscheint Ms. Marvel bei Panini, in gedruckter Form kostet der Comic 16,99 Euro, als E-Book 12,99 Euro.
  • Habt ihr schon von Libba Brays „Diviners“-Serie gehört? Die Reihe um Teenager mit übernatürlichen Fähigkeiten, die im New York der 1920er Jahre versuchen, den Weltuntergang zu verhindern, gehört zu meinen absoluten Jugendbuch-Favoriten, Band 1 habe ich euch bereits hier auf dem Blog vorgestellt. Im Oktober diesen Jahres ist nun der dritte Teil erschienen und weil ich nicht länger warten wollte, habe ich ihn mir im englischsprachigen Original geholt. Meiner Meinung nach ist das der Beste aller bisherigen Diviners-Teile! Ein deutscher Erscheinungstermin steht leider noch nicht fest. Als englischsprachiges E-Book bekommt ihr den Roman zum Beispiel hier für schlappe 4,99 Euro, als gebundene Ausgabe oder Taschenbuch ist er etwas teurer (17,49 Euro bzw. 9,49 Euro).
  • Dass ich ein Fan von Colin Cotterills Geister sehendem Pathologen Dr. Siri bin, habe ich hier auf dem Blog schon mal erwähnt. Seine Kriminalromane, die im Laos der 1970er Jahre spielen, schaffen es immer wieder, mich zum Schmunzeln und Mitfiebern zu bringen. Auch Dr. Siris zehnter Fall, der im Juli nächsten Jahres unter dem Titel „Dr. Siri und die Tränen der Madame Daeng“ auf Deutsch erscheint, bildet da keine Ausnahme: Ich habe gelacht, mich erschrocken und Dr. Siri die Daumen gedrückt… Wer nicht bis Juli warten möchte, kann den Roman schon jetzt im englischen Original lesen. „Six and a half deadly sins“ kostet als E-Book 4,49 Euro, als Taschenbuch ist es acht Euro teurer.
  • Becky Chambers‘ Debütroman „Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten“ hat mich total vom Hocker gehauen: er war witzig, stellenweise nachdenklich und hat teilweise echt auf die Tränendrüsen gedrückt, mich jedoch gleichzeitig am Ende mit guter Laune zurückgelassen. In der Fortsetzung verfolgen wir den weiteren Weg der künstlichen Intelligenz Lovelace, die sich an das Leben in einem menschenartigen Körper gewöhnen muss. Dabei hilft ihr Pepper, die bereits als Nebenfigur im Vorgänger aufgetaucht ist. Im Gegensatz zum „Langen Weg“ konzentriert sich der zweite Teil der „Wayfarer“-Reihe nur auf zwei Hauptfiguren, zu denen wir Leser dadurch eine engere Beziehung aufbauen können. Sowohl Lovelaces auch Peppers Storyline konnten mich fesseln und es fällt mir schwer zu entscheiden, welche von beiden mich mehr berührt hat. Schon im nächsten Monat erscheint der Roman in deutscher Übersetzung von Karin Will unter dem Titel „Zwischen zwei Sternen“ bei Fischer TOR, sowohl die Taschenbuchausgabe als auch das E-Book werden zum Preis von je 9,99 Euro erhältlich sein.

Was waren eure Lese-Highlights des Jahres 2017?


Hinterlasse einen Kommentar

Unboxing: The Bookish Prophet-Box September

Als ich gehört habe, dass es jetzt auch in Deutschland Überraschungsbuchboxen gibt, war ich sofort Feuer und Flamme und habe mir prompt die September-Box von The Bookish Prophet bestellt. Jule von The Bookish Prophet stellt jeden Monat zu einem wechselnden Thema eine Box mit einem neuen deutschsprachigen Roman sowie drei bis fünf dazu passenden Items zusammen. Eine Box kostet 29,95 Euro zuzüglich Versand (innerhalb Deutschlands sind das 4,99 Euro). Die Boxen sind limitiert und teilweise recht schnell ausverkauft. Das Motto der September-Box lautete Good vs. Evil. Ich habe die Box gestern erhalten und zeige euch jetzt, was enthalten war. IMG_3360fullsizeoutput_202

  • Als Roman hat mich Almost a Fairytale – Verwunschen von Mara Lang erwartet. Das Jugendbuch verbindet Elemente aus Märchen, Science Fiction und Fantasy. Im Mittelpunkt der Handlung steht die 17-jährige Natalie, die durch den unerlaubten Einsatz von Magie die bestehende Gesellschaftsordnung ins Wanken bringt. Das Buch ist der erste Teil einer Serie. Bisher habe ich nur den Klappentext und die erste Seite gelesen, finde die Grundidee aber faszinierend und bin gespannt, wie mir die Geschichte gefallen wird. Zusätzlich zu der Hardcover-Ausgabe des Romans (Laden-Preis: 17,95 Euro) waren noch eine Autogrammkarte sowie ein Brief der Autorin enthalten.
  • Links oben seht ihr eine Duftkerze von Geeky Candles Co. Der Duft ist inspiriert von Cinder, der Protagonistin aus dem Jugendbuch Wie Monde so silbern von Marissa Meyer. Laut Beschreibung soll die Kerze nach Sandelholz und Patchouli duften, ich persönlich rieche da eher Zimt und Lebkuchengewürz, das passt allerdings gut in die kommende Herbstzeit.
  • Rechts oben liegt ein Beutelchen mit Badesalz von Oriandle. Das Badesalz soll für 20 Anwendungen ausreichen und ist inspiriert von Kaz, der Hauptfigur des Fantasy-Romans Das Lied der Krähen von Leigh Bardugo. Dieser scheint nach Leder, Kaffee und Moschus zu duften.
  • Die beiden schwarzen Bleistifte sind mit je einem Zitat aus den Star Wars-Filmen verziert. Die werde ich auf jeden Fall benutzen! Ich freu mich schon auf den nächsten Teil der Saga, der in diesem Winter in die Kinos kommt.
  • Der Stoffbeutel von fableandblack ist bedruckt mit einem Zitat aus Das Reich der sieben Höfe – Dornen und Rosen von Sarah J. Maas. Ich finde das Design sehr schön und nutze gern solche Taschen zum Einkaufen.

Insgesamt war ich mit dieser Box sehr zufrieden, auch wenn ich (noch) nicht alle der erwähnten Romane gelesen habe (also genau genommen, bisher nur Wie Monde so silbern). Ich kann mit allen Produkten etwas anfangen und bin gespannt auf das enthaltene Buch.


Hinterlasse einen Kommentar

Buch vs. Serie: American Gods

Vorneweg sollte ich bei diesem Beitrag enthüllen, dass ich die American Gods-Fernsehserie keineswegs neutral beurteilen kann, da die Romanvorlage seit Jahren eines meiner absoluten Lieblingsbücher ist. Deshalb fange ich gleich damit an, euch den American Gods Roman vorzustellen.

40803643-00-00

© Bastei Lübbe AG

Im Zentrum der Geschichte steht Protagonist Shadow Moon, der aufgrund des Unfalltodes seiner Ehefrau frühzeitig aus dem Gefängnis entlassen wird. Im Anschluss wird er von dem mysteriösen Mr. Wednesday als Bodyguard/Assistent angeheuert, woraufhin die beiden sich gemeinsam auf eine Reise durch die Vereinigten Staaten von Amerika begeben. Schnell merkt Shadow, dass Mr. Wednesday und die Personen, denen er auf der Reise begegnet, mehr sind als nur einfache Menschen… Die Haupthandlung um Shadows Reise wird zwischendurch immer mal wieder unterbrochen von kleinen Nebenerzählungen, in denen die Leser erfahren, wie unterschiedliche Menschen im Laufe der Zeit ihre Götter nach Amerika mitgebracht haben. Ich muss zugeben, dass mich diese Geschichten oft stärker gefesselt haben als der Haupthandlungsstrang, was einerseits daran liegt, dass die Nebenerzählungen meist sehr emotional ergreifend sind, und andererseits daran, dass die Geschichte um Shadow und Mr. Wednesday eher gemächlich voranschreitet und man – wenn man das Buch zum ersten Mal liest – nicht so wirklich weiß, worauf deren Reise schließlich hinauslaufen soll. Gegen Ende des Romans gibt es dann allerdings durchaus einige Aha-Erlebnisse, die für die anfängliche Verwirrung entschädigen. Besonders zu empfehlen ist der Roman für Mythologie-Nerds (wie mich), die ihren Spaß daran haben dürften, die mit Code-Namen versehenen übernatürlichen Wesen zu erkennen, bevor dies das Buch für einen erledigt. Genre-technisch wartet American Gods sowohl mit Fantasy- als auch mit Horror-Elementen auf, ist also nichts für zartbesaitete Leser. Zudem merkt man dem Roman sein stolzes Alter von sechzehn Jahren schon an, vor allem, was die verwendete Technik betrifft. Empfehlen kann ich American Gods dennoch allen Lesern, die der vorhin genannte Genre-Mix anspricht. Erhältlich ist American Gods in deutscher Übersetzung von Hannes Riffel beim Eichborn Verlag. Die Paperback-Version kostet 14,00 Euro, während das E-Book für 10,99 Euro verfügbar ist. Es gibt auch eine Hörbuchfassung: die ungekürzte Lesung mit Stefan Kaminski kostet auf CD 12,99 Euro und als Download 9,99 Euro.

66571806-00-00

© Studiocanal

Als ich zum ersten Mal gehört habe, dass American Gods verfilmt werden soll, war ich zunächst sehr skeptisch: wie soll man das 672 Seiten starke Werk in ein TV-Format bringen, das sowohl für Buch-Kenner als auch für Neulinge interessant ist? Bereits nach der ersten Episode war ich jedoch vollkommen überzeugt. Die Serie orientiert sich stark an der Romanvorlage und verwandelt den an magischen Realismus erinnernden Stil des Buches in hypnotische Bilder. Shadow, mit dem ich im Roman nicht so richtig warm geworden bin, wird durch die fantastische Darstellung von Ricky Whittle deutlich zugänglicher und sympathischer. Auch die Nebenfiguren sind gut besetzt und können überzeugen. Die Serie erweitert die Romanhandlung um zusätzliche Szenen, die jedoch nie fehl am Platz wirken. Wie schon das Buch bindet auch die Serie Fantasy- und Horror-Elemente ein und enthält explizite Gewaltdarstellungen. Auch in diesem Format finde ich die Nebenerzählungen wieder besonders gut gelungen, während die Haupthandlung (wie im Roman) gemächlich dahin plättschert, was auf diejenigen, die den Roman nicht kennen, eventuell abschreckend wirken könnte. Ich vermute also, dass Buch-KennerInnen mehr Freude an der TV-Serie haben dürften als komplette Neulinge, denke aber, dass sie durchaus für beide geeignet ist. Amazon-Prime-KundInnen können die erste Staffel ohne zusätzliche Kosten über Amazon Video streamen. Außerdem gibt es die erste Staffel auf DVD (zum Preis von 23,99 Euro) sowie auf Blu-ray (zum Preis von 29,99 Euro).


Hinterlasse einen Kommentar

Buch-Tipp: Chocolate Chip Cookie Murder von Joanne Fluke

isbn9781472221544

© Headline Publishing Group

Vor meiner Sommerurlaubsreise wollte ich meinen Tolino mit genug neuen E-Books bestücken, damit mir zwei Wochen lang nicht der Lesestoff ausgeht (dieses Mal habe ich achteinhalb Romane gelesen). Auf der Suche nach günstigen E-Books bin ich dann auf die Hannah Swenson-Reihe von Joanne Fluke gestoßen. Die Protagonistin dieser Cosy Crime-Serie ist die Konditorin und Café-Betreiberin Hannah Swenson, die die Bewohner der Kleinstadt Lake Eden in Minnesota mit köstlichen Cookies versorgt. Im ersten Band der Serie, Chocolate Chip Cookie Murder, findet die sympathische End-Zwanzigerin die Leiche eines ihrer Lieblingskunden. Ron LaSalle, ehemaliger Highschool-Football-Star und derzeitiger Milchmann der Cozy Cow Dairy, liegt erschossen in seinem Lieferwagen, umgeben von Hannahs Chocolate Chip Cookies. Als Hannahs Schwager die Ermittlungen übernimmt, hilft Hannah ihm natürlich gern, schließlich hat er eine Beförderung in Aussicht. Mithilfe ihrer leckeren Kekse gelingt es Hannah, wertvolle Informationen zu dem Fall zu sammeln…

Der Reiz dieses Cosy Crime-Romans liegt vor allem in der liebenswerten Hauptfigur Hannah und in den vielen interessanten Nebenfiguren, die Lake Eden bevölkern (u.a. Hannahs Kater Moishe, der genauso wenig von den verzweifelten Verkupplungsversuchen ihrer Mutter begeistert ist wie sie selbst). Zusätzlich zu dem spannenden Kriminalfall mit humorvollen Elementen bietet das Buch insgesamt sieben Rezepte für die Cookies, die in dem Roman eine Rolle spielen (ausprobiert habe ich bisher noch keines, da ich das E-Book im Urlaub gelesen habe, aber sie klingen alle ziemlich lecker). Ich empfehle Chocolate Chip Cookie Murder deshalb allen Cosy Crime-Fans und Naschkatzen! Bisher ist der Roman nur in englischer Sprache verfügbar – vom sprachlichen Niveau her würde ich den Text am ehesten mit Agatha Christie vergleichen, wer also schon einmal einen ihrer Krimi-Klassiker im Original gelesen hat, dürfte auch mit diesem Buch keine Verständnisprobleme haben. Die E-Book-Ausgabe des britischen Verlags Headline ist momentan zum absoluten Schnäppchenpreis von 1,99 Euro (!) erhältlich. Den Roman gibt es auch im Taschenbuch-Format für 6,99 Euro. Die ersten drei Romane der (inzwischen 22 Titel umfassenden) Reihe sind zudem unter dem Titel Murder, she baked verfilmt worden, allerdings bisher noch nicht im deutschen Fernsehen ausgestrahlt worden.


Ein Kommentar

Comic-Tipp: Ms. Marvel (Volume 1)

513jeuiztel-_sx321_bo1204203200_Wer meinen Blog schon etwas länger verfolgt, weiß, dass ich hin und wieder gerne mal einen Graphic Novel oder Manga zur Hand nehme. An so einen richtig klassischen Superhelden-Comic habe ich mich lange Zeit noch nicht herangetraut, bis ich vor kurzem gesehen habe, dass Amazon Prime-Mitglieder über Prime Reading eine ganze Reihe von Romanen gratis lesen können. Mit dabei ist auch der erste Band der im Jahr 2014 begonnenen Ms. Marvel Comic-Serie. Im Mittelpunkt der Comics steht die 16-jährige Kamala Khan, die als Tochter pakistanischer Einwanderer in New Jersey lebt. Wir lernen Kamala als einen etwas schüchternen Teenager kennen, der als Hobby Avengers-Fanfiction schreibt und sich danach sehnt, einfach nur dazuzugehören und nicht auf Grund ihrer kulturellen Herkunft ausgeschlossen zu werden. Kamala ist von Anfang an sehr sympathisch und ich bin sicherlich nicht die Einzige, die Kamalas Frustration nachfühlen kann, als ihre Eltern ihr verbieten, eine Party zu besuchen. Heimlich schleicht Kamala sich dennoch raus, nur um kurze Zeit später von einem mysteriösen Nebel erfasst zu werden, der ihr spezielle Kräfte verleiht…

Was mir an Ms. Marvel besonders gut gefallen hat, ist einfach, wie normal Kamala rüberkommt. Ich als Leserin konnte mich sehr gut mit ihr identifizieren (obwohl ich weder pakistanischer noch US-amerikanischer Herkunft bin) und ihr Verhalten bei den Begegnungen mit den anderen Figuren wirkt glaubhaft auf mich. Außerdem ist der Comic humorvoll geschrieben und hat mich oft zum Schmunzeln gebracht. Die Geschichte des Comics kommt eher gemächlich in Fahrt, so dass dem Leser genügend Zeit bleibt, die Charaktere besser kennenzulernen. Insgesamt war meine erste persönliche Auseinandersetzung mit einem Superhelden-Comic eine angenehme Lese-Erfahrung für mich (wobei ich sagen muss, dass ich es deutlich schöner finde, Comics in Papierform zu lesen). Im englischsprachigen Original kostet der Comic als Taschenbuch um die 12 Euro. Ms. Marvel ist auch in deutscher Übersetzung erhältlich, und zwar beim Panini Verlag. Erschienen ist der erste Band dort unter dem Titel Ms. Marvel: Meta-Morphose und kostet 16,99 Euro.


Ein Kommentar

(Jugend-)Buchtipp: These Broken Stars -Lilac und Tarver von Amie Kaufman und Meagan Spooner

these-broken-stars-lilac-und-tarver

© CARLSEN Verlag GmbH

Heute habe ich mal wieder einen YA-Buchtipp für euch: egal, ob eure Sommerferien gerade erst anfangen oder schon vorbei sind, These Broken Stars – Lilac und Tarver entführt euch auf eine Reise der ganz besonderen Art. Beworben als „Titanic im All“ bietet dieser erste Band einer (inzwischen abgeschlossenen Trilogie) sympathische Hauptfiguren, große Gefühle, ein mysteriöses Setting sowie eine spannende Handlung mit überraschenden Wendungen.

Der Roman lebt vor allem durch seine Protagonisten, Lilac LaRoux und Major Tarver Merendsen. Oberflächlich betrachtet ist Lilacs Leben perfekt: als Tochter des Großindustriellen Roderick LaRoux wird sie sich niemals Sorgen um Geld machen müssen, zudem ist sie hübsch und beliebt. Tarver hingegen stammt aus einfachen Verhältnissen und hat sich durch Tapferkeit im Kampf den Status eines Kriegshelden erarbeitet. Die Beiden begegnen einander zufällig bei einer Soirée auf dem Luxus-Raumschiff Icarus und obwohl der Funke zwischen ihnen zunächst überzuspringen scheint, ist eine ernsthafte Beziehung über Klassenunterschiede hinweg für sie nicht denkbar. Dies ändert sich jedoch, als es auf der Icarus zu einer Katastrophe kommt und Lilac und Tarver zufällig in der gleichen Rettungskapsel landen, die schließlich auf einem fremdartigen Planeten abstürzt. Um in der unbekannten und gefährlichen Umgebung überleben zu können, müssen Tarver und Lilac ihre Differenzen überwinden und zusammen arbeiten. Nach und nach entwickeln die Beiden dabei immer stärkere Gefühle füreinander…

Auch wenn ich den „Titanic im Weltall“-Vergleich nachvollziehen kann (reiches Mädchen + armer Junge + Schiffbruch), hat mich der Stil des Romans doch eher an alte Abenteuer-Filme wie Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten (ist noch jemand hier alt genug, um diesen Film zu kennen?) erinnert. So vermeiden die Autorinnen es beispielsweise, dass die Handlung in Kitsch abgleitet, indem sie Lilac und Tarver sich in bester Screwball-Manier kabbeln lassen, was mir sehr gut gefallen hat und was auch durch den Perspektivenwechsel zwischen den einzelnen Kapitel sehr unterhaltsam rüberkommt. Allmählich fassen die beiden Figuren im Laufe des Romans dann Vertrauen zueinander und wachsen an den Herausforderungen, die der mysteriöse Planet ihnen in den Weg stellt (und erobern sich dabei einen Platz im Herzen der Leserin). Während ich die ersten drei Viertel des Buches eher als Romanze mit Abenteuer-Elementen bezeichnen würde, greift der Roman gegen Ende doch noch einige Science Fiction-Motive auf und überrascht mit einer (zumindest für mich) völlig unerwarteten Wendung, die jedoch meiner Meinung nach gut gelungen ist. Für wen ist dieser Roman also zu empfehlen? Ich denke, dass jede, die Liebesgeschichten zwischen Teenagern mit einem Ticken Abenteuer mag, ihren Spaß an These Broken Stars – Lilac und Tarver haben wird.

These Broken Stars – Lilac und Tarver von Amie Kaufman und Meagan Spooner ist in deutscher Übersetzung von Stefanie Frida Lemke beim Carlsen Verlag erschienen. Das gebundene Buch kostet 19,99 Euro, während die E-Book-Ausgabe zum Preis von 13,99 Euro erhältlich ist. Auf der Carlsen-Verlagswebsite findet ihr auch eine Leseprobe. Zudem sind zwei Hörbuchfassungen im Silberfisch Verlag erschienen: eine ungekürzte Lesung zum Preis von 24,95 Euro sowie eine gekürzte Version, die auf CD 19,99 Euro und als Download 13,95 Euro kostet.