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Beauty – Bücher – Blockbuster

Stellas Top 3: Ungewöhnliche literarische Ersatzfamilien

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© Verlagsgruppe Random House GmbH

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Platz 3: Das unerhörte Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat von Gavin Extence

Hinter diesem langen, etwas seltsamen Titel verbirgt sich eine schräg-witzige und dennoch voller Herzenswärme erzählte Coming-of-Age-Geschichte. Protagonist Alex Woods hat es nicht leicht: Nachdem er als Kind von einem Meteoriten am Kopf getroffen wird, gelangt er nicht nur zu unfreiwilligem Ruhm, sondern leidet fortan auch unter epileptischen Anfällen, die nicht einmal seine alleinerziehende Mutter – von Beruf Wahrsagerin und Betreiberin eines Esoterik-Ladens – vorhersehen kann. Seine Behinderung ebenso wie seine Vorlieben für Astrophysik und Literatur lassen Alex an seiner englischen Privatschule zum Außenseiter und Mobbing-Opfer werden: Auf seiner Flucht vor einigen Schläger-Typen landet Alex schließlich im Garten des alten Mr. Peterson, einem verwitweten US-amerikanischen Vietnam-Veteranen, der inzwischen überzeugter Pazifist ist. Nach und nach freundet der schüchterne Teenager sich mit dem anfänglichen grantigen Senioren an und lernt von diesem einiges über das Leben an sich und vor allem über den US-amerikanischen Schriftsteller Kurt Vonnegut, zu dessen Ehren die beiden schließlich einen Buch-Club gründen. Wie es schließlich dazu kommt, dass Alex zu Beginn des Buches in einem Auto in Dover mit einer Urne und 113 Gramm Marihuana gestoppt wird, soll aus Spannungsgründen hier nicht verraten werden. Der Roman überzeugt durch die mitreißende Geschichte, skurrile Figuren und eine Prise Humor. Das unerhörte Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat ist in Deutschland im Limes Verlag erschienen. Die gebundene Ausgabe kostet 19,99 Euro und das E-Book ist für 15,99 Euro zu haben. Zudem gibt es eine gekürzte Lesung als Hörbuch, das auf CD für 19,99 Euro und als Download für 13,95 Euro erhältlich ist.

© Diogenes Verlag AG

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Platz 2: Freaks von Joey Goebel

Für eine lange Zeit war Joey Goebels Roman um fünf Außenseiter, die in einer Kleinstadt in Kentucky eine Band namens Freaks gründen, mein absolutes Lieblingsbuch. Es lebt – neben seinem Humor und der mal mehr mal weniger subtilen Kulturkritik – vor allem durch die schrägen Charaktere: Da wäre zum einen die 80-jährige Opal, die noch lange nicht damit fertig ist, ist ihr Leben nach ihren Vorstellungen zu genießen. Sie kümmert sich um die achtjährige Ember, deren Eltern mit dem hochintelligenten, aber rebellischen Mädchen überfordert sind. Dazu kommt der Afroamerikaner Luster, der nicht wie seine Brüder eine kriminelle Laufbahn eingeschlagen hat, sondern auf einer Hunderennbahn arbeitet. Luster ist klug und schlagfertig und seine Reaktionen auf verbale Provokationen gehören zu den Highlights des Buchs. Die attraktive Pastorentochter und ehemalige Stripperin Aurora sitzt im Rollstuhl und der Iraker Ray ist in die USA gekommen, um sich bei einem US-Soldaten, den er im Golfkrieg verwundet hat, zu entschuldigen. Die ungewöhnliche Gruppe gerät in allerlei abstruse Situationen und muss sich aufeinander verlassen, um schließlich den Traum von einem ersten öffentlichen Konzert ihrer Band zu verwirklichen. Freaks ist im Diogenes Verlag erschienen. Das Taschenbuch kostet in Deutschland 9,90 Euro. Zudem gibt es eine Hörbuch-Fassung, in der bekannte Sprecher wie Jan Josef Liefers, Charlotte Roche und Cosma Shiva Hagen in die Rollen der Freaks schlüpfen; die CDs sind in Deutschland für 22,90 Euro erhältlich.

© DuMont Buchverlag

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Platz 1: Bienensterben von Lisa O’Donnell

Lisa O’Donnell entführt ihre Leser in ihrem Debüt-Roman an einen sozialen Brennpunkt im schottischen Glasgow. Die fünfzehnjährige Marnie und ihre zwölfjährige Schwester Nelly haben gerade ihre beiden drogenabhängigen tot aufgefunden und beschließen, diese heimlich in ihrem Garten zu vergraben, um nicht in staatlicher Fürsorge zu landen. Zunächst vermisst niemand die ohnehin häufig abwesenden Izzy und Gene, aber nach und nach wird bei Marnie und Nelly das Geld knapp. Gut, dass ihr verwitweter homosexueller Nachbar, der vereinsamte Senior Lennie, sich für die beiden Mädchen verantwortlich fühlt und sich mit ihnen anfreundet. Doch die familiäre Idylle wird gestört durch den lang verschollenen Großvater der Schwestern, der sich fragt, was mit seiner Tochter geschehen ist und davon überzeugt ist, dass Lennie keine geeignete Bezugsperson für seine Enkelinnen ist. Zudem zeigt Lennies Hund ein großes Interesse daran, in dem Garten der Mädchen zu graben… In Bienensterben ist vieles nicht so, wie es anfangs scheint: der homosexuelle registrierte Sexualstraftäter ist in Wirklichkeit nur ein einsamer alter Mann, der ehrlich bereit ist, den in Not geratenen Mädchen zu helfen; der osteuropäische Drogenlieferant trauert um seine kleine Tochter und würde lieber wie in seiner Heimat als Lehrer arbeiten; der Loser Kenny entpuppt sich als Marnies erste große Liebe (oder ist er doch nur hinter ihren Drogen her?); der christliche Großvater hat seine Familie misshandelt und später seiner drogenabhängigen Tochter seine Hilfe verwehrt; und Marnie, die raucht, trinkt, mit Drogen handelt und mit verheirateten Männern schläft, ist für ihre Schwester eine Ersatzmutter, die sich besser um Nelly kümmert als deren biologische Mutter. Trotz der ernsten Themen, die angesprochen werden, wird die Geschichte mit einem Funken Humor erzählt. Der Autorin gelingt es, jeder der erzählenden Figuren (Marnie, Nelly und Lennie) eine eigene Stimme und nachvollziehbare Perspektive zu geben. Bienensterben  ist in Deutschland beim DuMont Buchverlag erschienen. Das Taschenbuch kostet 9,99 Euro und das E-Book ist für 7,99 Euro zu haben (auf der DuMont-Website steht zwar 3,99 Euro, aber bei allen Online-Shops, bei denen ich geschaut habe, kostet es 7,99 Euro).

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